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Die Schweiz ist bekanntermassen viel zu klein, um wirkliche Stars und Helden hervorzubringen. Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass kaum je ein handfester Skandal das kleine Ländlein inmitten Europas überschattet. Und doch rüttelt die helvetische Moral dann und wann wenig bis mittelstark - in den meisten Fällen hat der Aufschrei, der dann durchs Volk geht, mit nackter Haut oder gar mit Sex zu tun. So geschehen an einem unscheinbaren Schweizer Fernsehabend im Jahre 1996. In den Programmzeitschriften als Dokumentation angekündigt, entpuppte sich "Heidi im Pornoland" als gewaltiger Bombeneinschlag ins an sich neutrale Land. Eine damals 22 Jahre junge Frau aus den Bergen erzählte da mit unschuldiger Miene, dass sie es ganz und gar nicht bereue, eine Karriere als Pornodarstellerin eingeschlagen zu haben. Anschaulich illustriert wurden die Ausführungen von einschlägigem Bildmaterial, das sie beim Geschlechtsakt mit verschiedenen Männern zeigte. Erschütternd! Die Schweiz sollte fortan nicht mehr die keusche und unschuldige Enklave sein, auch hier hält der Zerfall des Anstandes Einzug.
Heute ist es ein wenig ruhiger geworden um Laetitia, und wir wissen nicht sehr viel mehr über sie als vor neun Jahren - und es scheint, als gehe es ihr selbst nicht viel anders. Nach wenigen Monaten im Business und knapp 20 mehr oder weniger erfolgreichen Produktionen war der Spuk auch schon wieder vorbei. Zwar dreht man sich auch heute noch auf der Strasse nach ihr um (oder versehentlich nach ihrer Zwillingsschwester Stephanie, die ihr gleicht wie ein Ei dem andern), aber der einstige Glamour ist verblichen. Als Mitarbeiterin des Backoffice eines Zürcher Gastronomiebetriebes beschäftigt sie sich heute mit anderen Dingen. So kommt noch nicht viel zusammen um den etwa 40-Seitigen Autobiographie-Versuch fortzusetzen - das Manuskript schlummert seit einer Weile an einem sicheren Ort.
Auf die Frage, wie sie denn zum Pornofilm gekommen sei, reagiert Laetitia heute mit Gedächnisverlust. Das sei halt irgendwie so passiert. Tatsache ist, das bestätigt auch ihre Schwester, dass sie sich damals in den italienischen Superstar Rocco Siffredi verguckt hatte. Das Ende ihrer kurzen Karriere hatte ganz offensichtlich damit zu tun, dass Rocco sich von ihr trennte. Die grosse Liebe wird es für ihn nicht gewesen sein, beglückte dieser doch in der Vergangenheit um die 3000 andere Frauen. Was er bei ihr hinterlassen hat, ist eine ausserordentlich grosse Analpforte - oder wie es das Hause MMV nennt: "das geilste Arschloch Europas".
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