Interview

Tera Patrick

Tera Patrick ORGAZMIK: Tera, du bist zum zweiten Mal hier in Berlin, bist du gerne zurückgekommen?

TERA PATRICK: Nun, ich gehe an bloss etwa vier Shows im Jahr, und diese ist grossartig. Du wirst wie ein Star behandelt und die Fans sind echt locker drauf. Sie gehen offen mit ihrer Sexualität um und bringen ihre Frau oder Freundin mit, das gefällt mir. Nachdem ich letztes Jahr nicht kommen konnte, sind viele Fans gekommen, um mich wieder zu sehen. Was toll ist, weil ich wegen der wenigen Filme, die ich veröffentlicht habe, befürchten musste, man würde mich vergessen. Meine Fans hier in Europa sind echt loyal. Und die Darstellerinnen machen sich überhaupt nichts streitig ...

ORGAZMIK: ... nicht mal die Osteuropäerinnen?

PATRICK: Weit gefehlt! Alle Mädchen, von Jody Moore über Dolly Golden bis hin zu Sophie Evans, sogar die unbekannten, alle kommen um "hallo" zu sagen. Kommen selbst wenn sie keinen Brocken Englisch sprechen, mit einem Lächeln, auf eine Umarmung oder ein Bier, so wies sein sollte, halt. In Amerika läuft das anders.

ORGAZMIK: Was ist sonst noch anders?

PATRICK: Hier ist alles sehr professionell. Alle sind pünktlich, arbeiten hart und machen dann auch mal Feierabend. Beim Dreh zu ‘Forbidden Tales’ in Budapest sind wir um acht Uhr aus den Federn und um fünf Uhr war jeden Tag Drehschluss, das war echt toll. Und es gibt kein böses Blut, die Frauen der Darsteller haben sich echt gefreut, dass ihre Typen mit mir arbeiten. Es ist aber nicht so, dass ich nicht gerne an amerikanische Shows gehen würde, ich liebe meine Fans auf der ganzen Welt.

ORGAZMIK: Und die Branche?

PATRICK: Bei meinem ersten Mal hier war ich ein wenig schockiert darüber, wie ‘hardcore’ alles war. Weniger die Leute, als vielmehr all die Covers. Aber das trägt alles dazu bei, dass die Leute hier eine viel gesundere Einstellung zum Sex haben. Ich bin selber eher zahm beim Sex, verglichen damit, was viele andere Mädchen machen. Es gibt vieles, das ich am Set nicht mache, bevor ich nicht wirklich bereit dazu bin. Beispielsweise Anal ... ich liebe Analsex. Zuhause, kein Problem ... vor der Kamera, naja, ich weiss nicht.

ORGAZMIK: Manch einer hofft, du würdest wieder härtere Szenen drehen ...

PATRICK: Kommt echt drauf an, wer Regie führt. Stimmt schon, in meinen Anfangstagen hab ich echt gerne ‘Gonzo’-Streifen gemacht. Da gehst du zur Arbeit und bist nach 20 Minuten fertig. Aber ich denke, so wie die Sache läuft, wirds wieder Härteres von mir zu sehen geben ... nur schon mir zuliebe. Ich werde langsam wieder etwas zappelig.

ORGAZMIK: Herzliche Gratulation zum Preis für die ‘Beste amerikanische Darstellerin’, den du gestern abend gewonnen hast. Was bedeuten Auszeichnungen für dich?

PATRICK: Es ist meine erste, die ich in Deutschland geholt hab. Ich war echt überrascht und hab viel zuviel getrunken, weil ich nie damit gerechnet hätte, da raufgehen und was sagen zu müssen. Es ist echt cool, in Europa einen Preis zu gewinnen, weil sie einem in Amerika geradezu nachgeworfen werden.

ORGAZMIK: Aber sind denn gestern nicht ganze 56 Preise verliehen worden?

PATRICK: Nun, gestern ja. Aber es ist ja nicht immer so, beispielsweise bei den ‘Hot D’or-Awards’, wo ich gleich zwei Preise als ‘Bestes neues Starlet’ und ‘Beste Darstellerin’ abgeräumt habe.

ORGAZMIK: Dann bist du mit deiner Karriere ja wohl zufrieden?

PATRICK: Natürlich. Noch keine hat in so kurzer Zeit soviel erreicht, und darauf bin ich stolz. Ich mache sicher noch einige Jahre weiter und möchte, dass man sich schliesslich bei mir an eine erinnert, die der Branche viel Gutes gebracht hat. Ich will nicht Regie führen, keine Filme produzieren. Ich möchte aber meine Website und meine Show bei ‘Playboy-TV’ weiterführen und meine Sextoy-Linie, die speziell auf weibliche Bedürfnisse ausgerichtet ist.

ORGAZMIK: Es gibt sicher noch die eine oder andere Sache, die du in Pornos machen möchtest ...

PATRICK: Die beiden Macker, mit denen ich schon immer arbeiten wollte, aber noch nie durfte, sind Tom Byron und Rocco Siffredi. Auf Rocco hatte ich es schon immer abgesehen! Ich hab ihm schon gesagt, dass ich für ihn sogar gratis arbeiten würde! Wir müssten nicht mal arbeiten, sondern könnten einfach irgendwo hingehen. Und mit Nacho arbeite ich auch sehr gerne. Ich mag Männer, die sexuelles Selbstvertrauen haben, die gerne den Ton angeben.

ORGAZMIK: Pornostars tauchen mehr und mehr in Musikvideos und Ähnlichem auf. Versucht Porno den Sprung in die Popkultur?

PATRICK: Naja, ein Musikvideo ist ja nicht so was Besonderes. Pornostars und Rockstars ficken eh miteinander um. Ich hab eines für Everlast (‘I Can’t Move’), der damals mein Freund war, sowie eines für R. Kelly und Fat Joe gedreht. Meiner Ansicht nach kann man also nicht wirklich von einem Sprung reden. Überhaupt denke ich, dass es viel schwieriger ist, seine Karriere einzig im Pornogeschäft am Laufen zu halten. Aber was sicherlich geschehen wird ist, dass mehr und mehr Kinofilme Hardcore-Szenen drin haben werden.

ORGAZMIK: Zu guter Letzt, was liegt bei dir an?

PATRICK: Im Januar startet ein weiteres Jahr bei ‘Playboy-TV’, ‘Island Fever 2’ kommt raus und ich werde weiterhin vor der Kamera stehen. Ich plane, weiterhin Sextoys zu produzieren und Filme zu machen, die den Leuten hoffentlich gefallen, dazu die Tera-Shows und meine Website. Ich arbeite jeden Tag, was nicht unbedingt Vögeln beinhalten muss. Ich war mal Krankenschwester und weiss, was lange Arbeitstage mit wenig Lohn bedeuten, deshalb kommt mir das hier alles wie ein Traum vor. Ich hätte nie gedacht, dass ein Autogramm von mir mal was wert sein würde, und es verblüfft mich noch heute.

(Dixon Deeper, Oktober 2003)



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