Interview

Sasha Grey

Sasha Grey Sasha Grey gehört wahrlich nicht zu denjenigen Darstellerinnen, die hirnlos drauflos ficken. Die Frau hat Pläne und mag Abwechslung. Kaum 18 hat sie sich schon ins Pornogeschäft gewagt und drei Jahre später steht sie bereits in der Darstellerliste von fast 200 Filmen. Orgazmik Redaktor Peach Ball konnte in Las Vegas ein Interview mit ihr führen. Angezogen war sie brav wie eine Sekretärin, aber mit einer sachlich sexy Ausstrahlung, dass man sich kaum konzentrieren konnte...

Peach Ball (ORGAZMIK): Hallo Sasha, man liest ja inzwischen mehr von Dir aus dem Mainstream-Bereich als aus der Porno-Szene. Ist es ein Ziel von Dir, in den Mainstream zu gehen?
Sasha: Man kann das jetzt nicht unbedingt als Ziel von mir ansehen. Konkret ist es mein Ziel, "Sasha Grey" als Marke zu etablieren. Ich sehe mich grundsätzlich in beiden Welten und ich versuche, da auch keinen Unterschied zu machen.

An was liegt es, dass Du im Moment so erfolgreich bist?
Hmm ja, das ist wohl schwer zu sagen. Ich hatte damals einfach angefangen, gleich mit einer Orgienszene in FASHIONISTAS: THE CHALLENGE. Das hatte offenbar vielen Leuten gefallen und so habe ich weiter gemacht. Es ging nicht lange, da wurde auch die Presse auf mich aufmerksam, zum Beispiel hatte mich die bekannte "Los Angeles Times" interviewt. Und dann ergaben sich gewisse Dinge plötzlich von alleine.

Das tönt spannend... mir scheint auch, dass man bei Dir einfach sieht, dass Dir die Arbeit Spass macht...
Absolut, ich mach das gerne und ich liebe es zu arbeiten. Viele Girls in meinem Alter verstehen nicht, dass man hart arbeiten muss um etwas zu erreichen. Dinge werden einem normalerweise nicht einfach in die Wiege gelegt.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?
Ich hasse diese Frage...

... also gut, sagen wir in 12 Jahren...
Obwohl es eine naheliegende Antwort ist, ich möchte ein eigenes Haus haben. Vielleicht lebe ich dann auch nicht mehr in L.A. Was ich mir wünsche ist, dass auch das Gesundheitssystem besser wird und mehr Frauen im Porno-Business eine führende Rolle haben. Nachwievor sind wir in einem von Männern dominierten Geschäft. Auf jeden Fall hoffe ich, in 10 oder 12 Jahren meine Marke genügend etabliert zu haben und auch eine eigene Firma zu führen.

Ich habe gehört Du arbeitest an einem eigenen Filmprojekt...
Das ist in der Tat so... Ich arbeite gerade am Script für meinen Debütfilm, der eine grosse Kiste werden soll. Mehr möchte ich dazu aber noch nicht verraten.

Wie denkst Du über den gegenwärtigen Trend der Schönheitsoperationen?
Die einen machen es, weil sie meinen es sei nötig und für die es nur wichtig ist, was andere über sie denken. Und dann gibt es solche, die machen es einfach, weil sie sich selbst anschliessend besser fühlen. Sie machen es für sich selbst und dafür habe ich auch Verständnis. Für mich war das aber bislang kein Thema.

Treibst Du es privat auch so deftig wie in Deinen Filmen oder schiebst Du dort eher eine ruhige Kugel?
Definitiv nicht. Ich bin der Meinung, dass man das, was man privat mag auch vor der Kamera tun sollte und umgekehrt. Lustigerweise habe ich erst beim Porno-Dreh das Vorspiel zu schätzen gelernt, da ich das sonst eigentlich nie brauchte.

Im Pornogeschäft wird seit längerem über sinkende Verkaufszahlen geklagt, das alles nicht mehr so sei wie früher. Was denkst Du, wie die Branche sich fangen und verbessern kann?
Uh... es ist schwierig, das auf einen einzigen Nenner zu bringen. Da muss jede Firma für sich selbst die beste Lösung finden. Es ist sicher wichtig, vorallem für Produzenten, das digitale Zeitalter nicht zu ignorieren. Das Internet ist da und man muss lernen es zu nutzen.

... und vom Inhalt her? Gibt es noch Potenzial?
Weisst Du, es gibt nachwievor viele Firmen, denen ist es piepegal was sie veröffentlichen. Immer das selbe Programm, die selben Abläufe. Lecken, Blasen, Ficken, Abspritzen. Das ist auch ein Grund, weshalb ich in die Branche eingestiegen bin. Ich denke von Produzenten- wie auch Darstellerseite kann man vieles besser machen. Es feht oft an Kreativität und dem Gefühl für Qualität. Da ist noch viel Potential da meiner Meinung nach.

Wie man liest bist Du auch im Musik-Bereich aktiv...
Ja, sozusagen. Es ist ein "Experimental Noise Project", wir haben bereits eine auf 300 Stück limitierte Vinyl-Platte herausgegeben.

... und was ist Deine Rolle in diesem Projekt?
Ich spiele Synthesizer, Gitarre und singe - jedoch nicht so wie man es sich vorstellt. Es sind mehr Worte. Letztendlich ist es ein verrücktes Projekt, man wird die Stücke aber sicher nie im Radio hören.

(Peach Ball, Januar 2009)



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