Interview

Max Hardcore

Max Hardcore ORGAZMIK: Max, was bedeutet dir die Venus-Messe?

MAX HARDCORE: Ich liebe diese Messe. Es ist schlicht unmöglich, dermassen viele Leute, die tatsächlich im Pornobusiness arbeiten, zu treffen, wie an der ‘Venus’. Es handelt sich dabei, denke ich, um die bei weitem grösste solche Messe in Europa. Ich komme seit 1992 nach Europa, zuerst nach Cannes, Barcelona und dann seit 1997, als ich hier die Auszeichnung als ‘Bester amerikanischer Regisseur’ geholt habe, an die ‘Venus’. Ich komme echt gerne her, zuallererst um all meine Freunde zu sehen, um neue kennenzulernen und um all die Fans zu treffen, ohne deren Unterstützung ich hier gerade mal den Boden wischen könnte.

ORGAZMIK: Wie hat sich deiner Meinung nach die ‘Venus’ in all den Jahren verändert?

HARDCORE: Nun, der Markt ändert sich stetig. Was mich 1997 überraschte war, wie gross die Sache bereits zu Beginn aufgezogen wurde, und seither ist die Messe jedes Jahr gewachsen. Aus Gründen, die weniger direkt mit dem Pornobusiness, als vielmehr mit der Wirtschaftslage insgesamt zu tun haben, ist sie dieses Jahr wohl ein wenig kleiner geraten. Aber noch immer riesig, noch immer grösser als die ‘AVN’-Expo. Sie bringt noch immer die Grössten und Besten aus dem Business zusammen, und es ist mir eine Freude und echt auch eine Ehre, hier zu sein und Geschäfte zu machen. Ich freue mich darauf, noch etliche Jahre nach Berlin zu kommen.

ORGAZMIK: Was unterscheidet die ‘Venus’ von den ‘AVN-Awards’?


HARDCORE: Die Expo ist sicher doppelt so gross. Was ich hier nicht zuletzt mag ist, dass man in Europa dem Sex viel aufgeschlossener gegenübersteht als in Amerika. Hier kann man öffentlich für die Messe werben, und in Amerika ist sowas wie die ‘AVN’-Show gerade mal in Las Vegas möglich. Und sogar dort dürfen die Mädels nicht mal ihre Titten zeigen oder Vögeln simulieren, wirklich öde. Aber Amerika ist natürlich ein enormer Markt, darum gehen wir nach wie vor hin.

ORGAZMIK: Trügt der Eindruck, es seien noch nie soviele amerikanische Firmen hiergewesen, wie dieses Jahr?

HARDCORE: Sieht so aus, ja. ‘Jill Kelly Productions’ beispielsweise hab ich hier zuvor noch nie gesehen. Was an dieser Messe auch grossartig ist: Gleichzeitig findet im ‘Hotel Berlin’ die ‘Euro Webtainment’-Internetmesse statt, die eine natürliche Fortsetzung zur Pornoproduktion darstellt. Ich führe eine Website namens ‘MaxHardcore.com’, die ich bloss als Vertriebskanal für Videos aufzog, und nun machen meine Videos viel eher Werbung für die Site. Innerhalb von fünf Jahren hat das total gekehrt.

ORGAZMIK: Wie stehts mit dem Gerichtsprozess, der in den USA derzeit gegen dich läuft?

HARDCORE: Ich hab sie in den Arsch getreten. Aber sie haben eine Menge Zaster. Es ist so, dass in den USA die Frage, ob etwas obszön ist, nicht mit einem einfachen ‘Ja’ oder ‘Nein’ beantwortet wird, sondern dass es dazu eine Jury aus zwölf Geschworenen braucht. Das ist echt wirr. Wir haben jetzt Runde eins gewonnen, und die Ankläger werden wohl nochmals einen Anlauf nehmen, aber sie werden erneut verlieren. Sie wissen, dass sie verlieren werden. Ich hoffe, dass die Ankläger bald mal folgende Überlegung anstellen: "Okay, dieser Typ wehrt sich einfach zu heftig, lasst uns gegen einen anderen antreten." Denn wie kann man bloss einem Typen auf die Pelle rücken und hunderte von Produzenten unbehelligt lassen? Meine Filme sind bekannt, aber nicht viel härter als andere. Ich meine, bei mir gehts um einen Macker und ein Mädchen, was ist mit den Streifen mit zehn Mackern und einem Mädchen? Ich weiss nicht, wie sie das durchbringen wollen. Also werde ich noch eine ganze Weile hier sein ... und niemals aufgeben.

(Dixon Deeper, Oktober 2003)



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