Interview

Lexington Steele

Lexington Steele Dixon Deeper (ORGAZMIK): Beginnen wir doch ganz nach Lehrbuch und kommen zuerst auf deine Anfänge zu sprechen. Du hast ursprünglich an der Wall Street gearbeitet, nicht?

Lexington Steele: Jawohl, fünf Jahre lang. Als Börsenmakler im südlichen Turm des World Trade Center, auf dem 34. Stock. Ich werde oft gefragt, wie ich überhaupt als Geschäftsmann Pornodarsteller werden konnte, aber ich bin ja schon quasi mein ganzes Leben von Porno angefressen. Da hab ich mir gedacht, dass ich ja später immer wieder an den Schreibtisch zurück kann, jung genug für Porno bin ich hingegen bloss jetzt.

Und so hast du einfach einen Bekannten aus dem Pornogeschäft angerufen, oder wie?

Nun, ich hatte bereits einige Erfahrung als ‘normales’ Model, bevor ich dann auch für Pornomagazine posierte. 1997 traf ich dann in New York einen Regisseur von Hardcorefilmen und hab dann so eine oder zwei Szenen im Monat gedreht, bis ich im März 1998 schliesslich nach Los Angeles umgezogen bin. Ein bisschen Erfahrungen zu sammeln war ne feine Sache, weil ich mich langsam eingewöhnen konnte. In New York fühlst du dich schon als Obermacker, wenn du einmal oder zweimal im Monat eine gute Szene lieferst. In L. A. kannst du jeden einzelnen Tag in der Woche drehen.

Wie wichtig war Jules Jordan, der bei einigen deiner besten Filmen Regie geführt hat, für deine Karriere?

Ich bin mit Jules sehr eng befreundet. Wir haben Anfang 1998 gemeinsam in New Jersey zu drehen begonnen.

Als er noch für ‘Rosebud’ gearbeitet hat?

Ja, aber damals noch als Einkäufer. Und heute ist er einer der besten Regisseure im Geschäft. Unsere Karrieren sind total parallel verlaufen, HEAVY METAL 1 & 2 hat für ihn sehr viel bewirkt und für mich auch, genau wie LEX THE IMPALER 1 & 2.

Inzwischen hast du ja deine eigene Pornobude, 'Mercenary Pictures'. Wie gehn die Geschäfte?

Ich bin gerade daran, mir eine Lagerhalle zuzulegen, Inventar zu besorgen und mich darum zu kümmern, dass meine Filme auch in Europa gut vermarktet werden. Aber eigentlich hab ich ‘Mercenary Pictures’ bereits im September des Jahres 2000 gegründet, als ich noch für ‘Anabolic/Diabolic’ drehte und produzierte.

Was ist überhaupt mit Vermarktungsdeal mit 'Red Light District' geschehen, der kürzlich bachab gegangen ist? Ist es einfacher, seine Filme selbst an den Mann zu bringen?

Ich hab seit 2000 stets für irgend jemand anderen produziert. Früher oder später will jede Produktionsfirma auf eigenen Füssen stehen. Die Konsumenten wissen, dass sie ein Qualitätsprodukt kriegen, wenn ‘Mercenary Pictures’ draufsteht. Da spielt eigentlich keine Rolle, woher sie es kriegen. Ich kann guten von schlechtem Porno unterscheiden, weil ich mir das ganze Leben lang selber dazu einen runtergeholt habe. Stets hab ich mir irgendwelche Videos gekauft und war dann zuhause enttäuscht davon. Als ich ‘Mercenary’ gründete, ging es mir deshalb um den Typen, der die ganze Woche hart arbeitet und der am Freitagabend einfach zuhause mit einem Porno ‘die Sache geregelt kriegen will’. Und im Gegensatz zu anderen Produktionsfirmen hat mein Label Amerikas Pornodarsteller Nummer 1 im Sack und muss nicht einem Star nachrennen.

Erzähl uns von deinem Werdegang vom Darsteller zum Regisseur. War das von Beginn weg dein Ziel?


Lexington Steele Ja, aber zuerst musste ich mal eine Ahnung davon kriegen, wie man das überhaupt gebacken kriegt. Zuerst musste ich als Darsteller lernen, wie man die Action für die Kamera rüberbringt. Danach wollte ich bald einmal die Kamera führen, dann Regie. In den USA kommen jeden Monat 1’400 Filme auf den Markt, da musst du dich von all dem anderen Müll irgendwie abheben. Da gehts drum, kreativ zu sein und seinen Fickszenen einen Stempel aufzudrücken.

Wie würdest du den typischen ‘Lex-Stil’ definieren?

Ich lasse meiner Besetzung gerne freie Hand, weil ich selber als Darsteller stets dann am besten bin. Viele Regisseure geben gerne Anweisungen. Die Besetzung gibt, was sie kann, aber letztlich obliegt es mir, die Einstellungen zu finden, den richtigen Kamerawinkel. Es ist stets eine Frage des ‘richtigen’ Winkels. Typisch ist, dass ich nie verharren bleibe. Denn wenn du einer Live-Show zuguckst, willst du ja auch nicht stehen bleiben und minutenlang dasselbe Detail anglotzen. Ich möchte den Zuschauer den Sex quasi aufsaugen, nicht bloss betrachten lassen.

Was mich an Jules Jordan erinnert.

Jules ist ein fantastischer Regisseur, der stets weiss, was er aus seiner Besetzung rausholen kann. Und er sieht die Einstellungen, die er kriegen will, immer schon deren zwei oder drei voraus. Ich hab echt viel von ihm gelernt.

Wirst du nach wie vor auch für andere Labels drehen?

LEX THE IMPALER 3 steht kurz bevor ...

Geil! Wird er den Vorgänger noch übertreffen?

Ähm, ich glaub schon. Letzte Woche haben wir eine fantastische Analszene mit Sabrine Maui gedreht. Und dann kommt HEAVY METAL 5. Anschliessend vielleicht was für ‘West Coast Productions’. Aber ab Januar werd ich dann nicht mehr für andere arbeiten. Ein paar sind aber bereits im Kasten.

Als da wären?

LEX STEELE, HER FIRST TIME und ein dritter, dessen Titel jedoch noch nicht feststeht. Vielleicht entscheid ich mich für TOP GUN 2. Mein neuster Streifen, der jetzt rauskommt, ist LEX ON BLONDES. Ab Januar haben wir dann mich inklusive (plus Vanessa Blue und Mario Rossi) drei Regisseure und drei brandneue Filme am Start - sowie die Streifen, die ich bis jetzt gedreht habe.

Mit wem arbeitest du denn am liebsten?

Mein liebstes schwarzes Mädchen ist natürlich meine Freundin Vanessa Blue, meine bevorzugte Blondine Silvia Saint. Zudem versuche ich stets mit Monica Sweetheart zu drehen, wenn sie in den USA ist. Jewel De Nyle, Belladonna - zweifellos die derzeit weltbeste Darstellerin.

Und deine engsten Verbündeten?
Ich bin ein grosser Fan von Rocco. Zwar mach ich mein eigenes Ding, aber ich versuche dennoch, das eine oder andere abzuschauen. ‘Anabolic/Diabolic’ haben Unglaubliches für mich geleistet, Jules Jordan, Mike John - gleichzeitig meine besten Freunde. Etwas unfair ist allerdings, dass die Lexington Steele schiessen können, ich selber jedoch nicht. Wenn ich nicht einen von denen an Bord hab, kriege ich nichts so Abgefahrenes, wie die zustandekriegen.

Gibts eigentlich Mädchen, die wegen deiner schieren Grösse nicht mit dir arbeiten wollen?

Es gibt einige, die sich etwas überfordert fühlen. Aber es ist ja nicht so, dass die Kamera zeigen muss, wie mein Penis in ganzer Länge reingeht. Ich beruhige die Mädchen damit, dass ich sie ja nicht verletzen oder meine Männlichkeit unter Beweis stellen, sondern lediglich einen guten Streifen drehen will. Viel häufiger kommt aber vor, dass eine Darstellerin nicht mit einem Schwarzen drehen will.

Das ist so borniert, dass ich nicht mal danach fragen wollte.

Es lässt mich eigentlich kalt, weil es genügend andere Mädchen gibt, sodass ich in alle Ewigkeit drehen könnte. Wenn eine Darstellerin mit Lexington Steele arbeitet, erhält sie die Chance auf ihre beste Szene überhaupt. Viele Mädchen sind dann am besten, wenn sie an ihre Grenze getrieben werden. Schade, dass einige denken, mit einem Schwarzen zu arbeiten, würde ihrer Karriere schaden. Dabei ists genau andersrum.

Also nicht zuletzt eine kurzsichtige Haltung.


Ich finde, dass Mädchen, die Probleme mit schwarzen Jungs haben, sich vergegenwärtigen sollten, dass wir für Sex mit Fremden bezahlt werden. Für mich spielt es keine Rolle, ob diese Fremde lila, gelb oder was auch immer ist. Eigentlich sollten alle sich immer mal wieder mit jemandem aus einer anderen Kultur vergnügen - oder wenigstens dabei zuschauen.

Drehst du je mit Mädchen, die du eigentlich nicht magst?


In den ersten beiden Jahren hab ich gedreht, mit wem ich halt gerade drehen sollte. Inzwischen hat sich rumgesprochen, dass Szenen mit Mädchen meiner Wahl peppiger kommen als mit einfach irgendeiner. Bei meinen eigenen Filmen suche ich mir einzig Frauen aus, die auch wie Frauen aussehen - nicht wie Mädchen. Viele Labels verpflichten Mädchen, die wie gerade mal 16 aussehen ...

"Schnapp sie dir jung und schmink sie so, dass sie noch jünger aussehen."

Genau. Bei meinen Filmen kriegst du Titten, Arsch, eine schmale Taille und richtige Hüften. Und ich arbeite nicht gerne mit neuen Mädchen, weil das immer so rüberkommt, als ob die einfach daliegen und sich bespringen lassen - und das nennt sich dann guter Porno. Ich suche mir Frauen aus, die wissen, was sie tun, die ihren Körper und ihre Vorlieben kennen und die das Ficken vor der Kamera im Blut haben.

Lass uns hier etwas ein für allemal klären. Von dir, Mandingo, Jack Napier und Justin Slayer: Wer hat den längsten Schwanz im Pornobusiness?

Der grösste Schwanz auf amerikanischem Boden gehört ganz bestimmt Mandingo. Dann folgen Jack Napier, Lexington Steele, Sean Michaels und Justin Slayer. Aber zweifellos sind Mandingo und Jack, was die Grösse angeht, auf einem ganz eigenen Level.

Was mich bei Mandingo und Jack Napier immer stört ist, dass sie zwar enorme Schwänze haben, jedoch nicht wirklich als Darsteller in einem engeren Sinne taugen.

Man muss zwischen Requisiten und Darstellern unterscheiden. Die meisten sind einfach Macker, mit denen die Mädchen Sex haben. Aber die haben auch nicht die Ausbildung genossen, die mir zuteil geworden ist. Vince Vouyer und Mr. Marcus haben mir eins zu eins beigebracht, wie ich beispielsweise meine linke Schulter tiefer halten soll, wenn die Beleuchtung von dort kommt. Der Verdienst gebührt den Jungs, die mir alles beigebracht haben; ich habe halt sehr talentierte Freunde.

Bist du zum ersten Mal in Deutschland?

Ja. In Europa war ich aber schon oft.

Wie gerne nimmst du an Messen und Shows teil?

Ich liebe es - (ein Mädchen stolziert vorbei) - weil man Frauen sieht, denen man sonst nie begegnen würde. Man schliesst neue Bekanntschaften. Und viele der Regisseure, deren Arbeit ich mir ansehe und die ich sehr schätze, sind hier. Aber vor allem kann ich mich hier mit den Leuten austauschen, die sich meine Filme anschauen.

Wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Fans?

Sehr wichtig, denn wenn du den Kontakt zu deinen Fans verlierst, gehts bald auch mit deiner Arbeit bergab. Der Konsument hat eine grosse Auswahl, also ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass er mich vorzieht. Und es ist mir die Zeit wert, herauszufinden, worauf einer steht. Wenn einer etwas mag, mögen es tausend. Dennoch behalte ich stets im Auge, dass mich das Ficken an und für sich hierhin gebracht hat. Das bleibt denn auch das Wichtigste.

Was ist dein Eindruck von dieser Messe, der ‘Venus’?

Was mich am meisten beeindruckt, ist ihr Ausmass. Bei der ‘AVN’ in Las Vegas gibts gerade mal eine Halle, hier gibts drei.

Heute Abend werden die Preise verteilt. Schon im Voraus herzliche Gratulation für die Preise, die du garantiert abholen wirst.

Am wichtigsten wäre für mich jener in der Kategorie ‘internationale Serie’ (den er nebst anderen tatsächlich gekriegt hat), weil er für mich Anerkennung als Regisseur bedeutet. Es ist noch ein langer Weg, aber wir arbeiten daran, meinen Namen als Regisseur zu dem zu machen, was meine Name als Darsteller bedeutet. Es ist mir wichtig, dass die Leute wissen, dass ich als Regisseur ebenso reinhaue wie als Darsteller.

(Dixon Deeper, Oktober 2003)



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