Tom Herold – Ein ehemaliger Klosterschüler wird Porno-Regisseur
Tom Herold, der Regie-Wunderknabe aus Bayern, besuchte als Knabe eine
Klosterschule und studierte Religions-Wissenschaften. Mitte der 90er
Jahre poppte er ein paar Takte lang in Filmen wie DER SEXUELLE
WOHNUNGSBAU vor der Kamera mit, zog die Hosen wieder an, wurde zuerst
Produktions-Assistent, lernte das Handwerk des Filmemachens von der
Pike auf und schwingt seither erfolgreich für das PRIVATE und TABU &
LOVE Label das Regie-Zepter. In seinem neu eingerichteten Studio in
Prag stand er für ein paar Fragen Rede und Antwort.
Lenzl4 (ORGAZMIK): Hi Tom, jetzt beginnt ja wieder die “heisse Phase”, sprich die
Kameras fangen nach der Sommerpause wieder zu surren an. Hast Du
Urlaub gemacht oder warst Du auch über den Sommer aktiv?
Tom: Nach der letzten grösseren TABU Produktion INSIDE SUSI HOTKISS liess
ich es ein bisschen ruhiger angehen. Im August war es dann endlich
soweit, dass ich wieder mal auf meine Lieblingsinsel Ibiza fahren
konnte. Ausspannen, Bücher studieren und mich ein bisschen zu neuen
Projekten inspirieren zu lassen.
Lenzl4: Erzähl uns ein bisschen was über deine KOMM MIT MIR Serie.
Tom: Die Komm mit Mir Reihe ist wirklich auch so etwas wie eine echte
Studie für mich, was es auf dem noch immer weitgehendst unerforschten
Planeten „Frau“ noch alles zu entdecken gibt. Ich finde, über die
Masturbation einer Frau kann man viel über ihre sexuelle
Funktionsweise erfahren und das ist so ein bisschen für mich der Sinn
bei der Serie. Natürlich bekommt nicht jedes Mädchen immer einen
echten finalen Orgasmus, aber trotzdem sind meist sehr geile Momente
auch ohne den echten Orgasmus dann eingefangen worden, die nicht
etwas mit dem üblichen „Theater“ zu tun haben. Ich gebe den Models
komplett freien Spielraum in Position und Länge und lasse sie einfach
machen. Der Einsatz eines Gleitöls vorher für die reine
Schamlippenstimulation wirkt meisten immer Wunder, denn bei
kontinuierlicher Stimulation wird fast jedes Mädchen irgendwann
weich. Das sieht man sofort und dies macht den Reiz bei meinen
„Beobachtungen“ aus.
Lenzl4: „Beobachtungen“?
Tom: Ja. Ich fühle mich als Beobachter. Das lässt auch die Models freier
agieren. Das hat nix mit „Regie führen“ zu tun. Meine Ambition dabei
ist, so viel wie möglich an Natürlichkeit einzufangen. Klar sind das
alles Models, die nicht aus reinem Spass kommen. Doch wir schaffen es
meist immer, dass der Spass dann automatisch von selbst „kommt“, weil
es ungezwungen ist. Dort sind schon unerwartetste Dinge
passiert......ich habe zum Beispiel noch nie eine Frau, echt
„abspritzen“ gesehen. Ich glaube, es war in Teil 2. Dort hat sich das
Mädel buchstäblich selbst fertig gemacht. Danach war ein riesiger
Wasserfleck unter ihrem Stuhl. Ich konnte es fast gar nicht glauben.
Das sind die Momente eines Pornografen, die man nie vergisst, vor
allem, weil sie es wollte. DAS macht eben den Reiz an der Serie aus.
Du weißt nie, was als nächstes passiert.
Lenzl4: Diesmal gab’s doch ne neue Variante?
Tom: Ja, wir dachten uns, im Zuge der vielen neuen Toys auf dem Markt,
doch auch mal die Models damit zu konfrontieren. Viele erwähnten in
meinen Vorgesprächen, dass sie auch zu Hause ein kleines
„Hilfsmittel“ zwischendurch benutzen. Also haben wir einen ganzen
Korb bekannter und aber auch brandneuer Spielzeuge aller Richtungen
besorgt und den Models vorher zur Auswahl vorgelegt. Es war super
interessant, vor allem, einiges kannte ich selbst auch noch gar
nicht. Das wohl schärfste war, dass meine Assistentin und
Dolmetscherin von einem brandneuen Klitoris-Stimulator so beeindruckt
war, dass sie den unbedingt gleich ausprobieren musste. Die Kamera
hat’s dankbar aufgenommen. Hoffentlich kommt`s beim Zuschauer auch so
gut rüber, wie es mir gefiel.
Lenzl4: Mir scheint, es geht Dir sehr darum, bei Deinen Produktionen
möglichst nahe an die echten emotionalen Ressourcen der
Darstellerinnen ranzukommen. Warum?
Tom: Ganz einfach. Weil ich selbst ein Mann bin, der von sich selbst
behaupten muss, dass er eigentlich, was Sex und das (sagen wir mal)
WAHRE dahinter noch lange nicht kennt. Ich habe lange gebraucht, um
mich davon zu befreien, dass ich erst mir selbst und dann auch nach
aussen etwas vorgemacht habe, nämlich als Pornomitarbeiter und
Regisseur von der ganzen SACHE die volle Ahnung zu haben. Falsch
gelegen. Erstens hab ich damit mal angefangen, weil mir tief im
Innern einiges (u.a. Mut) zum Aussprechen/Ausleben meiner sexuellen
Phantasien fehlte und ich das als Sprungbrett und vielleicht auch
Tarnvorrichtung gut verwenden konnte. Meiner Meinung nach ist die
Tatsache zu beobachten, dass sich generell im Sexfilm, was den Sex an
sich betrifft, nichts Wesentliches weiter entwickelt hat. Das
Drumher um natürlich, das Technische und das Ausufern in die
entlegendsten Teilbereiche. Klar. Doch was den Sinn des SEX
anbetrifft, geht’s immer noch nur ums reine FICKEN! Warum? Weil die
meisten Männer bis jetzt nur ihren reinen Triebinstinkt befriedigt
sehen wollen. Das kann auch sehr gut auf die Qualitäten der heutigen
Pornoregisseure weitergemünzt werden, bei denen ich meist auch nur
das filmische Abreagieren ihrer eigenen Triebe beobachten kann, wenn
sie nicht doch meist nur das von anderen eben kopieren, was gerade
„in“ ist, weil’s ja nur um Profit geht.
Sex hat einen Sinn, ausserhalb des Vermehrung- und natürlich
Spasscharakters. Da wünschte ich mir mal langsam eine Entwicklung hin
in unserem Genre. Deshalb versuche ich schon mal soviel wie möglich,
die verschiedensten Eigenheiten der Darsteller und vor allem der –
rinnen zu studieren, was ihre wirklichen Gefühle anbetrifft, um das
bestmöglichste mit Ihnen machen zu können. Das spiegelt sich dann
wieder auf die Qualität der Szene aus?
Lenzl4: Eine Entwicklung des Sex? Wohin? Auf den Mond?
Tom: Vielleicht etwas spiritueller...
Lenzl4: Wie, Sex in der Kirche, oder was?
Tom: Quatsch! Das hat nix mit Religion zu tun, sondern eher mit bewusster
an eine Sache rangehen.
Sex ist für mich der enormste Energieaustausch, den 2 Wesen
fabrizieren können. Doch in unserer Branche ejakulieren wir seit
Jahrzehnten meist nur wild umher oder indirekt als Regisseure/
Produzenten über das Hilfsmittel unserer Protagonisten in den Filmen.
Doch den eigentlichen Orgasmus gibt’s nicht. Damit meine ich den
gemeinsamen energetischen Höhepunkt auf einem tieferen Level. Nicht
die muskulare Entspannung eines physischen Teilbereichs (das Gehirn
miteingerechnet).
Lenzl4: Und wieso nicht?
Tom: Solange Mann und Frau so in den Rollen-Bildern dargestellt sind, wie
es in unseren Filmen überwiegend geschieht und das Verständnis
derjenigen, welche die Filme machen und derer, welche die Filme
konsumieren, auch immer noch in diesem Rahmen liegen, wird sich nix
verändern.
Lenzl4: Packst Du auch Fetisch-Vorlieben von Dir in deine Filme mitrein?
Tom: Klar. Ich beobachte mich doch schon selbst dabei, wenn im Casting
eine mit schönen Füssen und einer gleichzeitig tollen Ausstrahlung
ist. Die kommt gleich auf die Wunschliste für Macht der Füsse.
Lenzl4: Ein Tom Herold Film ist also auch ein Stück weit ein Spiegel seiner
Sexualität?
Tom: Das bestreite ich doch gar nicht. Doch bei gleichzeitiger neutraler
Betrachtung der Vorgänge in mir kann ich vieles besser verstehen
lernen und ich meine, dass wir noch lange nicht sexuell befreit sind,
bloss weil wir Pornofilme drehen. Wir sehen sie, weil wir darin nicht
gelebtes ausleben dürfen. Bloss bleiben wir da ewig dann drin hängen.
Denn nur durch ansehen, leben wir es nicht aus. Zweitens müssen wir
verstehen, warum wir das überhaupt ausleben wollen. Dies ist dann der mutigste Schritt. Denn dann gehen wir an die Wurzel rann und wenn die verschwindet?
Lenzl4: Was rätst Du Menschen, die beim Porno mitmachen wollen.
Tom: Zu allererst einmal. Kommt, traut Euch, bewerbt Euch. So zahlreich und gemischt wie möglich, wenn ihr den Bock darauf verspürt. Seid
aber dann auch so ehrlich und fragt Euch nach dem wahren Grund dahinter und deckt ihn auch auf. Ein finanzieller Grund darf es niemals sein. Vergesst es. Damit meine ich Leute, die das aus finanziellen Engpässen machen wollen. Es sollte ein abenteuerlicher Erfahrungstrip sein, der Euch an die geheimen Türen Eurer sexuellen Geheimnisse leichter heranbringt. Hier könnt ihr ungezwungen das darstellen und erfahren, was ihr wollt. Und das ist gut so. Ob Fetisch oder der Massen-Gang-Bang. Es wird seinen inneren Grund haben. Wenn ihr das verspürt. Macht es! Aber macht es richtig! 100% ehrlich zu Euch selbst und dem Willen etwas erfahren zu wollen. Das dann auch noch viel herumgereist und sogar etwas Geld verdient werden kann, kommt noch dazu. Setzt das aber bitte nicht in den Vordergrund. Wenn einer einen Hang zu etwas verspürt, ist es besser, den ganz auszuleben, als ihn in seinem inneren unausgegoren vor sich hinschwellen zu lassen. Wer im normalen Leben keine Möglichkeiten findet, dem kann der Pornofilm eine ganz gute Hilfe sein. Zum anderen könnt ihr noch Euer vielleicht vorhandenes schauspielerisches Talent beweisen.
Das Ausleben gewisser Praktiken, vor allem der neuen (für mich) Frauenerniedrigendsten Darstellungen in den zahlreichen Gonzovideos mit überwiegend Gewaltcharakter fällt leider nicht in meinen persönlichen Geschmacksbereich. Deshalb kann ich den Bewerbern halt nur empfehlen, sich schon vorher die Firmen rauszusuchen, wo ihre
Geschmäcker am besten vertreten sind. Achtet nur peinlichst genau auf eure Gesundheit und überprüft auch haargenau die Tests der anderen Darsteller. Zu eurer eigenen Sicherheit. Macht es nicht ausschliesslich als Beruf, sondern auch noch mit einem zweiten Standbein. Und macht wirklich nur das, wonach euch wirklich ist. Ich freue mich über jede ernstgemeinte Bewerbung. talents@tomherold.com.
Lenzl4: Seit 2000 produzierst Du nun schon für TABU? Warum gerade TABU?
Tom: Ich bin ein bisschen so ein Klassikfan. TABU gehört zu den Pornogründer und Väterlabels in Deutschland. Auf solche Urgesteinkonstrukte steh’ ich irgendwie. Zweitens finde ich den Namen geil. Sex ist noch IMMER ein Tabu. Und Tabus sind dazu da, gebrochen
zu werden. Daran versuche ich mich immer wieder zu erinnern, wenn ich’s manchmal vergessen habe. Und der Name erinnert mich dann wieder>
daran und beflügelt mich. Steckt ein sinnvoller Geist hinter dem Ganzen eben. Tabu ist in den 90ern etwas in Vergessenheit geraten und jetzt hat sich ein junges nach vorne orientiertes Team im Hintergrund gebildet, der diesem Label wieder eine Farbe geben wird, die auf dem deutschen Markt ein bisschen fehlt. Dabei mitzuarbeiten, motiviert mich sehr und es freut mich, meinen Beitrag dazu leisten zu können.
Lenzl4: Was steht in Zukunft an?
Tom: Die MACHT DER FÜSSE SERIE will ich weiterführen. Ich freue mich ungemein darauf, u.a. mit einem „Gesinnungsgenossen“ aus England zusammenarbeiten zu können. Der englische Darsteller James ist
genauso wie ich kein Kostverächter, was hübsche Frauenfüsse betrifft. Er versteht genau, was man damit alles Feines anstellen kann. Mit
solch einem Darsteller entwickelt sich sogleich eine doppelte Ideenenergie. Das macht besonders viel Spass und bringt dem Zuschauer auch einen höheren Genuss, wenn in den Gesichtern der Models die pure Lust zu spüren ist, die durch wohlgekonntes Behandeln eines Profis und echten (Fuss) Gourmets entfacht wird. Bei den Damen steht u. a. Julie Silver im Cast.Ausserdem treffe ich auf der Venus 05 Tanya Hansen. Vielleicht ergibt sich ja was zu einem INSIDE Film mit ihr ... mal sehen.Parallel dazu arbeite ich noch an einem etwas aufwendigeren Treatment mit Dialogen und grösserer Story, welche eine zusätzliche TV taugliche Softversion mit sich bringen wird.