Interview

Christoph Clark

Christoph Clark Aus Frankreich kommen ja bekanntlich die aufregendsten Frauen und die coolsten Darsteller mit den strammsten Baguettes. Einer davon ist der ehemalige Darsteller Monsieur Christoph Clark, welcher jetzt als Produzent und Regisseur tätig ist. Der Liebling der Schwiegermütter, welcher ein Geheimnis um sein Alter macht (vermutlich Jahrgang 1958), begann seine Karriere als Darsteller in den späten 70er Jahren. Dort zeigte er in unzähligen Filmen seinen nackten Hintern. Als Darsteller kann man hunderte von Filmen auf seinem Popp-Konto verbuchen. Seit 1996 zieht er auch die genitalen Fäden als Produzent und Regisseur hinter der Kamera. Der legendäre Buttman-Stagliano von dem US Label Evil Angel / Empire gilt als enger Kumpel und Förderer der Clarkschen Fleisch-Visionen. Der Saurier unter den Stars gilt als äusserst schwierig was das Geben von Interviews betrifft. Nichtsdestotrotz konnten wir den Mann mit einem spendierten Fläschchen Perrier in Berlin zu einem spontanen Interview bewegen.

Lenzl4 (ORGAZMIK): Monsieur Christoph Clark wie hat alles angefangen und warum?

Christoph Clark: 1978 habe ich als Fotomodel angefangen zu posieren. Mich haben schon immer die Frauen fasziniert, vor allem die älteren. Als ich in damals als Kellner in einem Café in Paris gearbeitet habe, wurde ich immer schnell nervös, wenn gewisse Damen das Lokal betreten haben: ihre schicken Klamotten, die übereinander geschlagenen in Nylon gehüllten Beine, wie sie geschminkt waren und ihr Auftreten, dieses etwas bornierte Getue. Alle diese kleinen Details brachten mich in Rage... und nicht weiter mit meiner Obsession (Lacht), denn ich habe mich nicht getraut sie anzusprechen.

... das bedeutet deine Leidenschaft sind oder waren die Frauen?

Ja, genau, immer noch! Nachdem Fotomodel-Job habe ich zuerst für einen schwedischen Produzenten als Darsteller zu arbeiten angefangen...

Was für eine Produktionsfirma war das?

Hmmmm, weiss ich nicht mehr... auf alle Fälle hatte der Regisseur immer so einen riesigen schwarzen Hut auf dem Kopf, da konnte ich endlich mit allen jenen Frauen-Typen Sex vor der Kamera haben, welche ich als junger Mann nicht getraut habe anzusprechen. Früher waren ja oft die Darstellerinnen reifere Frauen. Na ja, heutzutage Tage triffst du oft so auf junge Küken, welche zwar super scharf aussehen, aber denen fehlt irgendwie oft das gewisse etwas...

Das wäre?

(überlegt) Ich würde sagen, man könnte es als Charisma bezeichnen. Trotzdem, wenn ich mit den neu einsteigenden Girls bei einem Casting in Budapest ins Gespräch komme, werden dann schon auch nach einer Weile gewisse Emotionen in mir geweckt und ich sage mir : "Die würde jetzt geil in eine DP Szene reinpassen". Viele Leute denken, der Christoph ist ein Trieb gesteuertes Tier, egal ob er vor oder hinter der Kamera ist. Aber ich würde mich nicht als Sex-Maniac bezeichnen.

Sondern?

... eher als Mann mit Manieren, welcher die Frauen schätzt und von ihnen fasziniert ist. Gerade heute ist es wichtig, wenn man in unserer Branche arbeitet, die Frauen zu respektieren. Viele Produzenten behandeln sie wie Objekte, welche benutzt werden, um danach wieder weggeworfen zu werden...

... und du betörst sie mit...

Meinem Charme! Nun, ich bin auch schon ein etwas in die Jahre gekommener Mann.

... boah!

(Lacht) Ich bin jetzt 45 Jahre alt und die Mädchen, welche bei mir zum Casting kommen sind jung. Du kannst dir vorstellen mit der Zeit lernst du dich gegenüber Frauen zu benehmen. Ich spreche oft mit ihnen zuerst, gucke worauf sie stehen. Bei meinen Produktionen gibts keine böse Überraschungen. Die Mädchen wissen genau, was sie erwartet, sowohl in Sachen Gagen als auch sexuellen Anforderungen. Wenn eine keine Anal-Szenen drehen will respektiere ich das. Am Casting nehme ich mir Zeit auf die Models einzugehen. Ich bin ja immer noch etwas attraktiv (Lacht), mache ein bisschen Kraft-Training und habe das Glück so auszusehen, wie als ich damals vor über 20 Jahren angefangen habe (Lacht). Das macht den Models Eindruck und sie fühlen sich bei meinem Dreh wohl. Dies ist sehr wichtig für meinen Ruf als Produzent - es gibt nichts übleres in der Sexfilm-Branche, als in die Ecke des "Frauenschänders" zu rutschen.

In Frankreich haben ja Filme wie BAISE-MOI und auch die Porno-Ausstrahlungverbot-Diskussion auf Pay TV Sendern das Thema angeheizt. Wie stehst du zum Thema sexuelle Gewalt und gesellschaftlich akzeptierte Grenzen austesten?

BAISE-MOI habe ich nicht gesehen, aber ich denke, dass ist immer eine Sache der Interpretation. Du siehst wie ein Mann eine Frau im Park umarmt, sie vielleicht begrabscht und du findest immer jemand der etwas daran auszusetzen hat. Es ist eine persönlich Angelegenheit die Situation zu beurteilen. Ich meine, ich habe Darstellerinnen getroffen, die haben sprichwörtlich ein grosses offenes Arschloch einem entgegen gestreckt und waren scharf wie nur etwas, dieses "gestopft" zu bekommen. In solchen Momenten weißt du: da kannst du die Models nach Lust und Laune ohne Tabus ficken lassen.

Aber wenn man gewisse von deinen Filmen sich anguckt, hat man schon auch das Gefühl, dass du auf etwas härteren Sex stehst.

Schau, ich passe mich immer der Situation an, welche sich auf meinen Set ergibt. Du hast da Damen, die haben keinen Stress damit, dass sie mit gutbestückten Jungs konfrontiert werden, welche sie etwas härter rannehmen. Du weißt schon, den Pimmel tief in den Rachen stecken, bis die Augen tränen, etwas harter Analsex... Aber, komm schon, für was sind Pornofilme schlussendlich da? Sie sollen die Fantasien der Zuschauer befriedigen. Romantik wird ja oft genug im privaten Leben erlebt, dann dürfen die Pornos auch mal etwas wilder zur Sache gehen.

Redest du beim Dreh rein oder lässt du dir Darsteller einfach los rammeln?

Es ist sehr selten, dass ich beim Dreh dreinrede. Ich suche mir die Models aus, welche Spass am Sex haben. Wenn du die rechten Leute vor die Kamera bringst, kann nichts schief gehen. Klar, ab und zu denke ich, och da wäre noch ein bisschen mehr Elan angesagt und dann probiere ich die Models zu motivieren.

Was ist für dich ein guter Pornofilm?


Ich glaube, wenn sich jemand einen Porno anguckt und schon nur mit 5 Minuten in der ganzen Produktion glücklich wird, diese geil findet, dann hat der Pornofilm seinen Zweck erfüllt. Pornofilme bieten den Leuten Fantasien, in Frankreich sagt man dazu "phantasmes". Sexfilme sind wie Einkaufen im Supermarkt, du nimmst dir das, worauf du Lust hast. Sei es eine gewisse Darstellerin auf der Hülle oder eine Szene, welche darauf abgebildet ist ... und hast deine schönen und geilen Momente damit.

Sag mal, glaubst du, da ist ein Unterschied zwischen den europäischen und amerikanischen Produktionen?

Ganz klar. Ich arbeite nun seit langem mit EVIL EMPIRE und John Stagliano in den USA zusammen. Die mochten meinen Stil, meine europäischen Models. Ich glaube EVIL EMPIRE ist eine der besten "Wall-to-Wall" Produktionsfirmen zur Zeit, weil sie verschiedene Regisseure mit verschiedenen Visionen beschäftigen. Somit hast du unter dem gleichen Label ein vielfältiges Programm. Schau, heutzutage kann sich jeder mit wenig Geld eine Kamera kaufen und einen Schnittplatz für seinen Computer. Dadurch hast du so viele Leute, welche Sexfilme produzieren. Ich glaube aber, dass schlussendlich nur die wirklich guten Produzenten sich auf dem Markt behaupten können. Egal, ob du in Amerika oder in Europa produzierst.

... ich denke die Ami Darsteller sind bessere Schauspieler.


Ja ganz klar. Die haben mehr die Tendenz sich selber darzustellen. In Amerika kommst du auch nur so weiter. Damit die Leute zuerst von dir reden, selbst im Sexfilmgeschäft, zählen nur die grössten Selbstdarsteller etwas.Talent haben, ist dann nochmals eine andere Geschichte.

.. und somit hast du auch mehr spielfilmartige Produktionen aus den USA.


... welche übrigens ich nicht besonders mag. Alle diese soft Filme, da geht es ja nicht richtig zur Sache. Auch im deutschen Pay-TV, al1es zu brav. Ich mag und produziere Sexfilme, wo man sieht, dass die Leute Spass haben am ficken haben. Alles andere ist mir zu anstrengend mit Drehbuch schreiben und so.

... denn mit Staglianos EVIL EMPIRE gibts mehr was fürs Auge als fürs Hirn.


Du darfst nicht vergessen, Stagliano ist der Erfinder des "Gonzo" Filmes. Wir haben anfangs der 90er Jahre immer auf die Ärsche der Frauen geklotzt. Da kam dann Stagliano, hat eine Videokamera in die Hände genommen und angefangen, den Mädchen auf der Strasse vorzuschwärmen, was für tolle Hintern sie haben, dass sie sich ausziehen sollen und hat sie schlussendlich mit der Videokamera in der Hand gefickt und abgefilmt. Das Resultat war die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten Serien, welche sie bis heute auf dem Markt hält und viele Produzenten inspiriert hat.

A propos Inspiration, was hältst du von FASHIONISTAS?


Ich finde der Film ist ein wirkliches Meisterwerk. Ich kann dir sagen, ich kenne Stagliano verdammt gut, er ist ein wichtiger Freund für mich und dieser Film war seine Obsession. Er musste diesen Film drehen. Es war ihm egal, ob er sich verkaufen lässt oder nicht. Diese Geschichte und Vision, ein Stoff, welcher ihm unter den Nägeln brannte ... und was ist daraus geworden: ein faszinierendes Meisterwerk, welches deftigen Sex und tolle geile Bilder und erst noch eine Geschichte zusammenbringt. Rocco Siffredi ist einfach der Hammer in diesem Film.

Siffredi bekommt ja auch schon mal Angebote aus der Mainstream Film Ecke...

Ja, ich glaube die Breillart, diese Regisseurin von ROMANCE, war einfach ziemlich scharf auf Siffredi, welche ja auch eine verdammt gute Perfomance in seinen Filmen abgibt. Also baut sie einen Film um den Typen herum und kann ihre Fantasien zum Thema Sex ausleben.

Im Gegensatz zu Siffredi bist du ja hinter die Kamera gerutscht.


Da sprichst du jetzt den Gilbert in Christoph Clark an, der private Clark, welche verheiratet und auch Vater geworden ist. Ich hatte den Wunsch eine Familie zu gründen. Weißt du, es gibt Momente im Leben, da versuchst du irgendwie deine Weg neu zu definieren. Für mich war das der Moment, wo ich eine Familie gründete. Klar, werde ich immer wieder auf der Strasse angesprochen. Leute grüssen mich, kürzlich hat mich sogar in einer ziemlich üblen Gegend in Paris so eine finstere Gestalt angehauen und sich dafür bedangt, dass ich diese Filme produziere (lacht).

Keine Star-Allüren also.

Na ja, ab und zu wundere ich mich, dass noch niemand vom französischen Mainstream Filmgeschäft mich angesprochen hat. Du weißt ja, wenn du so meine Filme anschaust, als ich noch vor der Kamera mich zeigte: ich schauspielere gerne. Mein grösster Wunsch wäre eine Karriere als Schauspieler. Irgendwie hat Siffredi es geschafft gewisse französische Filmproduzenten anzusprechen, dass sie seine Telefonnummer gewählt haben ... ich warte bis jetzt immer noch darauf.

Du steigst uns aber jetzt nicht aus der Branche aus?


(Grinst) Aber nein! Ich liebe meinen Job, auch wenn ich eine Familie habe und ein ziemlich braves Eheleben führe, liebe ich viele Frauen dieser Welt immer noch. Eine Krankenschwester im Spital, welche eine gewisse Ausstrahlung hat, das Licht, welches einfällt und bei einer Bluse den BH durchschimmern lässt, dass bringt mich immer wieder in Stimmung. Solange ich dieses aufregende Gefühl spüre, produziere ich Sexfilme.

(Lenzl4, Oktober 2003)



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