Interview

Brandon Iron

Brandon Iron Der Kanadier Brandon Iron hat viele Gesichter. Mal sorgt er mit seiner Pornoschocker-Serie SLAP HAPPY für Sorgenfalten bei der Zensurbehörde, unter den Facialfreaks zählt er mit seinen Werken wie A GOOD SOURCE OF IRON oder BAKER’S DOZEN zu den Top-Five weltweit. Doch fragt man ihn was an einer Frau am schönsten ist, antwortet er nicht etwa mit „grosse Titten“ oder was man von einem hartgesottenen Pornisten sonst noch so erwarten könnte - er antwortet: „Ihr Lächeln“. Es wird Zeit, dem heissen Eisen ein paar eiskalte Fragen zu stellen.

Cornelius Cream (ORGAZMIK): Bitte erzähl uns zu Beginn ein bisschen was über Deine Vergangenheit.
Brandon Iron: Nun, ich war schon als Teenager von der Pornoindustrie fasziniert. Ich guckte mir oft Sexmagazine an und malte mir dabei aus, wie das Leben eines Pornostars aussehen könnte. 1990 lernte ich in Kanada die Darstellerin Aja bei einem Auftritt als Tänzerin kennen. Sie war so freundlich und gab mir die Kontaktadresse ihres Agenten. Nachdem ich meinen Hochschulabschluss in Englisch absolviert hatte, unternahm ich eine Reise nach Mexiko. Bei einem Zwischenaufenthalt in Los Angeles traf ich mich mit Aja’s Agenten. Er machte ein paar Bilder von mir und besorgte mir umgehend ein paar Aufträge als Fotomodel. Anfängerglück! Danach nahm ich einige 'normale' Jobs an, wurde damit aber nie richtig glücklich. Immer wieder träumte ich davon, es nochmals als Pornodarsteller zu versuchen. Über einige Jahre hinweg flog ich regelmässig nach Los Angeles um die eine oder andere Szene aufnehmen zu können. Das war immer in grosses Erlebnis für mich und ich konnte damit wertvolle Erfahrungen sammeln. Einmal drehte ich zu dieser Zeit sogar mit Holly Body und Kimberly Kummings!

Und wie ging die Reise weiter?
1997 entschloss ich mich dazu, Vollzeit als Darsteller zu arbeiten. Der Anfang war sehr schwierig, aber ich habe nie aufgegeben. Ich versuchte immer besser zu werden und aus meinen Fehlern zu lernen. Gemeinsam mit Mark Wood gründete ich eine eigene Produktionsfirma - die “Ironwood Productions”. Wir realisierten einige Filme für Labels wie “Devil’s Films”, “Legend” oder “West Coast Productions”. Doch als Mark Wood und Francesca Le heirateten, machten die beiden bald ihr eigenes Ding und ich unterschrieb einen Vertrag bei “Red Light District”. 2003 gründete ich schliesslich mit Jewel De Nyle, Manuel Ferrara, Michael Stefano und Steve Holmes das Label "Platinum X". Seither produziere ich jeden Monat einen Film.

Du hast gesagt, dass der Anfang schwierig war. Die Strapazen scheinen sich aber gelohnt zu haben. Bist Du heute glücklich?
Ja, für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen! Es ist einfach ein unglaubliches Erlebnis, mit einigen der schönsten Frauen des Biz die unterschiedlichsten Abenteuer erleben zu dürfen. Ich bin nach Belgien, England, Frankreich, Russland, Spanien, Tschechien und Ungarn gereist nur um zu vögeln. Life is beautiful!

Mit Deiner bisherigen Karriere kannst Du ja ganz zufrieden sein, es gibt sicher dennoch die eine oder andere Sache, die du noch machen möchtest?

Ich interessiere mich für Informatik, insbesondere für die Entwicklung von Websites. Natürlich möchte ich noch mehr reisen: Asien, Südamerika und ich möchte auch noch mehr von Europa sehen.

Und wie sieht es bei Dir mit der Familienplanung aus?
Klar, ich hoffe schon irgendwann eine Familie gründen zu können. Vielleicht treffe ich ja bald mal die richtige Frau dafür? Man weiss nie!

Deine Filme sind ja nichts für zartbesaitete Gemüter - hast Du irgendwelche Schamgrenzen oder Tabu-Themen, von denen Du die Finger lässt?
Nun, ich fühle mich zu Frauen hingezogen, die auf die härtere Gangart abfahren. Eine devote Partnerin dürfte daher wohl besser zu mir passen. Allerdings möchte ich auch festhalten, dass ich nicht daran interessiert bin mit einer Frau zu drehen, die keinen Spass an dieser Art von Sex hat. Physischer oder psychischer Stress ist nicht sexy!

Welcher Deiner Filme - als Regisseur - hälst Du persönlich für Deinen Besten?
I LOVE IT ROUGH 1 wird mir wohl für immer in bester Erinnerung bleiben, da es sich dabei um meinen ersten Film handelt den ich völlig unabhängig und mit meinem eigenen Geld produziert habe. Ich habe die Girls gecastet, ich habe selbst mitgemacht, ich habe ihn selbst aufgenommen und selbst geschnitten. Er ist mein eigenes Baby, und er verkauft sich immer noch sehr gut!

Du bist nun schon einige Zeit in diesem Geschäft und hast viele Erfahrungen gesammelt. Was sind in Deinen Augen die massgeblichen positiven und negativen Veränderungen, die das Pornobusiness erfahren hat?
Zu den positiven Veränderungen gehört bestimmt die Liberalisierung der Pornoindustrie. Pornografie wird mehr und mehr von der Gesellschaft akzeptiert. Dazu haben bestimmt auch die Filme von Pamela Anderson (Anmerk. d. Red.:PAM & TOMMY LEE) und Paris Hilton (Anmerk. d. Red.: ONE NIGHT IN PARIS) einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen. Die negativen Veränderungen sind für mich von wirtschaftlicher Natur: Mit der grösseren Akzeptanz in der Gesellschaft nahm auch der wirtschaftliche Druck zu, da plötzlich jedermann mit einer Kamera in der Hand einen Porno drehen kann. Nicht übt das nur Druck auf die Darstellerinnen und Darsteller aus, auch die Preise fallen schneller als die Höschen.

Wie siehst Du die Zukunft der Sex-Insdustrie insgesamt?
Es wird mehr Nischenprodukte von immer mehr und noch mehr Labels geben. Noch mehr Amateure werden zu ihrer Kamera greifen und versuchen, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Der Markt dürfte sich in Zukunft mehr in Richtung Web- und Paysites verlagern. Osteuropa wird als Standort noch wichtiger.

Was sind Deine Zukunftspläne? Und wie lange willst Du noch weitermachen?
Ich möchte in erster Linie meine Karriere weiterverfolgen. Solange meine Produkte weiterhin gefragt sind, sehe ich keine Gründe etwas zu ändern. Hübsche Frauen zu treffen kann doch nie langweilig werden?

Hast Du eine Website?
Ja, ich habe einige Member-Sites die auf dem Material meiner Serien basieren. Zu finden sind sie über www.brandoniron.com.

Noch ein paar letzte, ganz andere Fragen:

Was ist Dein Lieblingsessen?

Hausgemachte Tortellini an einer Fleischsauce.

Was ist Dein liebster Mainstream-Spielfilm?
"Heat" mit Robert De Niro und Al Pacino.

Was für Musik hörst Du im Moment?
Ich bin sehr vielseitig: Quasi von Alternative bis Hip Hop. Hier einige meiner Lieblingsbands: Audioslaves, Black Eyed Peas, Red Hot Chili Peppers, System of a Down, 50 Cent und sogar Vivaldi gehört dazu.

(Cornelius Cream, Oktober 2006)



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