Interview

Annette Schwarz

Annette Schwarz Den meisten Pornofreunden dürfte sie bisher vor allem als ‘Schluck-Maschine’ oder ‘Sperma-Expertin’ in Filmen von John Thompson (GGG) aufgefallen sein, nun ist sie zu neuen Ufern aufgebrochen: Sie drehte mit John Stagliano, Rocco Siffredi, Brandon Iron, Mason und vielen anderen internationalen Grössen der Pornoindustrie. Die Rede ist vom ehemaligen ORGAZMIK-‘Blickfang’ Annette Schwarz, die kurz vor ihrem Durchbruch zum Top-Star steht. Orgazmik-Redaktor Cornelius Cream hat der sympathischen Deutschen, kurz vor der Fussball Weltmeisterschaft in Deutschland, auf den Spermazahn gefühlt.

Cornelius Cream (ORGAZMIK): Bitte erzähl uns zu Beginn ein bisschen was über Deine Vergangenheit und Deinen Werdegang. Was hast Du früher gemacht, wie bist Du dann ins Pornogeschäft gerutscht und warum?

Annette Schwarz: Ursprünglich komme ich aus dem Rheinland. Dort bin ich bis zu meinen 17. Lebensjahr auf eine Mädchenschule gegangen. Irgendwann entschloss ich mich dazu, weit weg von meinen kleinbürgerlichen Heimatdorf zu gehen: ich ging nach München. Da zog ich mit einer Freundin zusammen und wollte eine Ausbildung zur OP-Schwester machen, in Deutschland muss man dafür aber zuerst eine Ausbildung als Krankenschwester machen. In der Münchner Stadtzeitung las ich jede Woche die Anzeige von “GGG”. Als mich an meinem 18. Geburtstag mein Bruder besuchte, erzählte ich ihm von meinen Plänen, mich bei “GGG” vorzustellen. Er war völlig entsetzt und ich musste ihm versprechen, es nicht zu tun. Doch kaum hatte ich meinen Bruder in den Zug gesetzt, ging ich zum “GGG”-Studio. Dort durfte man einen Casting-Bogen ausfüllen, auf den man ankreuzen konnte, ob man Fotos in Unterwäsche oder Akt machen wolle. Ich habe gar nichts angekreuzt und gab den Bogen John ab. Er fragte, was das zu bedeuten hätte. Ich sagte, dass ich keine Fotos, sondern Pornos machen möchte. Er war überrascht, denn sowas war ihm bisher noch nie passiert. Eine Woche später war dann mein erster Dreh.

Was sagen Deine Verwandten und Bekannten zu Deinem Job? Wissen sie davon?

Na ja, meine besten Freunde und mein Bruder wussten es von Anfang an. Sie finden es nicht so toll, akzeptieren es aber da sie wissen, dass ich eh mache was ich will. Meine Eltern erfuhren es am Oktoberfest (Anmerk. d. Red.: Die Sache mit dem Riesenrad, ORGAZMIK berichtete in den News). Natürlich haben Eltern Angst vor Krankheiten. Oder fragen sich: Wird sie dazu gezwungen? Ungefähr nach einem halben Jahr, haben sie angefangen sich damit abzufinden.

Mit wem hast Du bisher am liebsten gearbeitet?

Definitiv mit Rocco Siffredi. Aber auch mit Brandon Iron, John Stagliano, Jim Powers, Frau Mason und den “Ninn Worx”.

Annette Schwarz Und mit wem möchtest Du mal noch arbeiten?

Unbedingt mit Erik Everhard und Andrew Blake. Aber auch mit allen anderen, bei denen ich so sein kann wie ich bin.

Hast Du auch schon unangenehme Erfahrungen gemacht? Beispielsweise mit einem Agenten oder so?

Nun, man darf eben - gerade in dieser Branche - nicht alles glauben, was so erzählt wird. Ich schenke meinen Mitmenschen schnell Vertrauen und bin immer sehr offen, das sollte man in dieser Branche wohl besser unterbinden. Es ist nicht schlau, immer gleich alles von sich zu erzählen oder allen zu glauben - was ich aber weiterhin machen werde! Ist mir egal, was die Leute über mich reden, wenn ich sage, dass ich jemanden oder etwas Scheisse finde.

Und hast Du schon mal etwas gemacht, was Du hinterher bereut hast?

Also bisher habe ich noch nichts bereut, jedenfalls wäre es mir gerade jetzt nicht bewusst. Selbst wenn ich heute vielleicht denke: Mist, warum habe ich das so und nicht so gemacht? Ich mache nie zweimal den selben Fehler!

Was würdest Du jemandem raten, der heute in dieses Geschäft einsteigt?

Lass dir nichts erzählen - besonders nicht von Produzenten! Mach nicht was du nicht willst, du schaffst es auch anders und du musst auch nicht jedem sagen: “Uh, you’re so nice, I love you, I love to work with you, I love to work for you.”

Was war der bisher bizarrste Moment Deines Lebens als Pornostar?

Als ich in Amerika auf meiner ersten Porno-Party war: Da musste man zuerst über einen roten Teppich laufen und da waren mindestens 20 Fotografen die pausenlos Fotos machten. Ähhh, es war zwar in Hollywood, aber ... na ja, bildet euch eure eigene Meinung dazu.

Annette Schwarz Worin siehst Du die grössten Gefahren in der Pornoindustrie?

Manche Mädels haben keine Ausbildung, geschweige denn einen Schulabschluss. Und sie wissen leider auch nicht, wie man mit Geld umgeht. Die Konsequenz daraus ist ja wohl klar... Natürlich gibt es auch das Gegenteil davon, nur leider nicht so oft wie andersrum.

Und denkst Du, die Sicherheitsvorkehrungen der Industrie gegenüber HIV- und anderen ansteckenden Krankheiten genügen, oder wie würdest Du diese verbessern?

Die Sicherheitsvorkehrungen in den USA sind aber wirklich vorbildlich, besser kann man es nicht mehr machen. Alle 30 Tage wird man auf alle Geschlechtskrankheiten getestet. Dieser Test müssen alle beim selben Institut machen, und der ist schwer zu fälschen. Man kann aber auch noch telefonisch Auskunft einholen...

Was denkst Du über die deutsche Porno-Industrie?

Hmmm, ich würde nicht sagen, dass in Europa alles Kacke ist. Das meiste ist mir persönlich einfach zu soft. Ich betone: nicht alles! Aber “LeBigFuck.com” (Anmerk. d. Red.: Das ist die eigene Produktionsfirma von Annette Schwarz) wird unseren Ruf in Amerika noch verbessern.

Glaubst Du man erkennt einen Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Produktionen?

Definitiv! Ausser wenn europäische Produzenten für ein amerikanisches Label drehen. Vieles hängt da halt einfach auch mit den finanziellen Möglichkeiten zusammen.

Wie lange möchtest Du noch so weitermachen und was steht bei Dir gerade auf dem Programm?

Im Moment kümmere ich mich um meine eigene Firma “LeBigFuck.com” und um meine Website “Totallyannette.com”. Seit einem halben Jahr produziere ich aber auch selbst, drehe Pornos im Stil von “Jack Ass” und viel “Outdoor-Stuff”. Ich bin nur noch cirka zwei Jahre aktiv vor der Kamera zu sehen, denn ich möchte nicht mit 25 aussehen wie 40. Demnächst gehe ich aber wieder zu Rocco und im Anschluss in die USA.

Wenn man gewisse Filme von Dir anguckt, hat man aber schon das Gefühl, dass Du auf etwas härteren Sex stehst?

Generell stimmt das. Ich mag es einfach, meinen Körper zu spüren. Zum Beispiel wenn ich gespankt oder gewürgt werde, gibt mir das ein intensiveres Gefühl. Womit ich im Privatleben aber oft ein Problem habe, da sich meine bisherigen Freunde immer so unter Druck gesetzt fühlten damit. Sex ist natürlich sehr wichtig für mich! Aber wenn ich jemanden mag, ist es für mich genau so schön wenn ich nicht so wild gefickt werde wie in den Filmen. Es stört mich auch nicht, wenn ein Mann den ich mag, nur durchschnittlich bestückt ist. Aber es gibt schon Sachen auf die ich im privaten Sexleben nicht mehr verzichten möchte ...

Das ist etwas, das Deine Fans sicher brennend interessiert: Welche Art Sex bevorzugst Du denn privat genau?

Wie gesagt, wenn ich jemand mag, ist Sex fast immer geil. Wichtige Punkte sind aber auf jeden Fall: Das Sperma gehört bei mir in den Mund und sonst nirgendwo hin - das lasse ich mir nicht mehr nehmen! Und ich muss immer etwas im Mund haben - bitte bis zum Anschlag!

Und was für Männer ziehen Dich an (oder aus)?

Da achte ich sehr auf ihr Benehmen. Die alte Schule kommt bei mir gut an: Mich mit Fräulein ansprechen und den ersten Schritt machen. Ich mag Pessimisten. Kerle die nicht gleich jeden mögen, den sie kennen lernen. Kerle die auch mal nörgeln und rumstänkern. Männer die anhänglich sind, mir aber auch immer ihre Meinung der Dinge sagen. Vom Äusseren her mag ich eher Männer mit heller Haut und kurzen Haaren. Das meine ich jetzt nicht irgendwie rassistisch, ich mag einfach keine Solariumbräune. Mindestens 1,85 gross sollte er schon sein (Anmerk. d. Red.: Was wohl?) und ein Anzug kann nie falsch sein. Etwas Brustansatz und Bierbauch kommt gut zum kuscheln. Passend ist auch ein Bart - mindestens Dreitagebart. Sexy ist natürlich ein ausländischer Akzent, ach, und eine perfekte Nase!

Welcher Popstar hat Dich bisher am aufdringlichsten anzubaggern versucht?

Bisher nur die Lokalen ...

Noch ein paar letzte, ganz andere Fragen:

Was ist Dein Lieblingsessen?


Rohes Rindfleisch, am liebsten Carpaccio und Kartoffelpüree.

Was ist Dein liebster Mainstream-Spielfilm?


Der Club der toten Dichter.

Was für Musik hörst Du?

Im Moment: Fall Out Boy, La Kinky Beat, Panic! At the disco, Franz Ferdinand und die Messerchups.

Psychologie ist in diesem Gewerbe ja immer eine wichtige Sache. Deshalb:
Was ist deine Lieblingsfarbe?


Beige und Rosa.

Hast Du ein Haustier?

Ich hätte gerne wieder einen Hund.

Besten Dank für dieses Interview, Annette.

(Cornelius Cream, Mai 2006)



COPYRIGHT 2008 SEXTRENDS MAGAZIN, ORGAZMIK MEDIA AG    |    UEBER SEXTRENDS    |   ORGAZMIK SHOP